Anna in USA

* 4 Monate Connecticut *

Sunday, April 09, 2006

'Mein' letztes Wochenende

Freitag war mal mit Abstand einer der coolsten Freitage. Ich hab mich auf der Arbeit irgendwie ewig mit Paul verquatscht, so dass wir erst um 7 ausm Office getaumelt sind. Da er kurzentschlossen Pia, Thomas und mir abends beim Weggehen Gesellschaft leisten wollte, sein Weg nach Hause aber nicht mehr lohnte, wollten er und ich die Zeit bis halb zehn halt irgendwie überbrücken. Über 10 Umwege und Umstände sind wir schliesslich bei einem Baseballspiel der Training-League (so müsste die zweite Liga hier heissen, wenn mich nicht alles täuscht) gelandet. Wow, ich hab das riesig genossen, da ich nicht mehr damit gerechnet hätte, dass das klappt (weil die Saison erst dieses WE anfing) und dann sogar noch jemanden neben mir sitzen zu haben, der mir Regeln erklären kann. ...und dazu noch einfach nur nen feiner Kerl ist - meiner Meinung nach. Also, Baseball, das ist echt ne Sache für sich. Ich kam mir ernsthaft so vor wie im alten Rom. Spiele fürs Volk. Es ist ein wahnsinnig schönes Spiel, aber hat meiner Meinung nach nichts mehr mit Sport zu tun. Publikum ist weniger mit der Männermehrheit beim deutschen Fussball zu vergleichen und so ein Spiel kann locker mal 4-5 Stunden dauern. Also auch Zeit zum quatschen und - ach - keine Ahnnung genüsslich den Einklang des WE zu geniessen. Wir kamen eine Stunde nach Beginn und sind auch schon nach etwa 1,5h wieder abgehauen, weil wir ja noch ins Murphys & Skalettis wollte, was wir nach weiteren 1,5h umherirren im Großraum Hartford endlich auch fanden. Dort gabs Livemusik, das ein oder andere Bierchen, so dass der Freitag einfach zu einer runden Sache wurde.
Samstag war Rhode Island angesagt... was für mich auch schon irgendwie stylisch war, weil ich genau damit auch am ersten Januar-WE meine Zeit hier eingeläutet hatte. Bäh, war das ein Sch*-Wetter. Schliesslich war fast ausschliesslich Sightseeing mit dem Auto möglich.



Mal gucken, was die letzten Tage noch bringen, bevor am Donnerstag Daniel und Micha in NY am JFK aufkreuzen und wir zu dritt den Osten unsicher machen werden.

Schrecklich (schöne) Gefühle

...und das wirklichin so mancher Hinsicht. Wie bereits erwähnt war am Freitag Allhands-Meeting. Vice President Jürgen hat mich vor 40-50 Leuten direkt zu Beginn nach vorne geholt und mir nen Feuermelder überreicht! *tada* Die Leute, die mich gefragt haben, warum ich rot würde, denen hab ich das Mund mit "weil das die Farbe der Feuerwehr ist!" gestopft. Das hat mir schon beschert, dass anschliessend jeder MA zu mir hinkam und fragte: "Wie hast du das denn geschafft?" Ja, ich werd auch nie wieder son dummes Dingen anfassen!!! ...das ganze war für mich unter cool und schmunzelwert zu verbuchen. Am Ende des Allhands-Meetings hat Jürgen mich nochmal nach vorne gerufen, um sich vor allen bei mir zu verabschieden, danke zu sagen und mir nen Buch zu überreichen. ...Nach der Rede vom Big Boss hatte keiner über gute Zahlen geklatscht, aber bei mir. ...Sowas macht mich auf Anhieb immer ein paar Inch größer aber umgehen kann ich damit nicht. Wusste die nächsten drei Stunden nicht, wie ich mich wieder ruhig stellen sollte. Die Gespräche, die durch das zweite Mal vor allen Kollegen zu stehen hervorgerufenen wurden, waren ebenso zwiegespalten. Einen klareren Spiegel kann man nicht vorgehalten bekommen, wie nah einem viele Menschen stehen, was an sich sehr erfreulich ist. Einen härteren Schlag auf den Hinterkopf zu realisieren, dass man diese Menschen alle auf einmal mehr oder weniger hinter sich lässt, kann man auch nicht bekommen.
DANKE.

Tuesday, April 04, 2006

Für manche Erfahrungen muss man erst nach Amerika reisen!

Naja, wenn ich einen ehrlichen Post zu diesem Thema schreiben würde, da würde der sicherlich überquellen. Da einige Erfahrungen aber nicht in die Weiten des Internets gehören, beschränke ich mich auf die bis auf die Knochen peinliche Aktion von gestern:
Anna, schusselig, wie sie nunmal des Öfteren ist, hatte ihre ID-Karte morgens nicht gefunden, mit der man vom Flur ins Grossraumbüro kommt. War eigentlich kein grosses Dingen, immer wenn ich aufs Klo bin, hab ich mir lieb eine andere Karte ausgeliehen. Am Ende des Tages hatte ich mit Pia und Thomas ausgemacht, nochmal schnell auf die Restrooms zu gehen und dann im Flur auf sie zu warten. Da stand ich nun und hatte Langeweile. ...und sie wollten einfach nicht kommen... und irgendwie war ich .. da so ... an so nem Teil halt ... an der Wand halt ... am rumnölen, als sich das langsam löste und Anna plötzlich bewusst wurde, dass das wohl der Feuermelder sein könnte. Irgendwie konnte ich das Dingen nicht mehr fixieren und ehe ich mich versah *ZACK* Anna hatte Feuer ausgelöst. Aus purer Langeweile!
Fazit:
- Warum müssen die Dinger hier so anders aussehen wie in Deutschland? Auch wenn ich noch so verträumt bin, würde ich in Deutschland nie auf die Idee kommen an so einem Dingen dran rumzuspielen.
- Warum hat keiner versucht wirklich das Gebäude zu verlassen?
- Warum hab ich so ein Schwein, dass sich die Feuerwehr über das schlecht installierte Alarmsystem im Gebäude und nicht über mein kindisches Verhalten aufregt?
- Wie cool ist es bitte, dass der Vice President das zum Anlass nimmt ein All Hands Meeting für nächsten Freitag einzuberufen und dabei ne Runde Pizza für 40Mann zu schmeissen?

Das Glück ist wohl mit die Doofens.

Sunday, April 02, 2006

Vermont

Gestern waren Daniel, Thomas (der neue Intern) und ich in Vermont. Hier eine kleine Auflistung der Highlights:
Wir hatten uns eine schnickelige Scenicroute rausgesucht und ich bat schon nach ein paar Minuten um eine Fotostopp aufgrund eines auf den ersten Blick malerischen Flusslauf. Als wir ausstiegen stellte sich das Ufer mehr als Müllabladeplatz heraus und Thomas entdecke bald ein halb verwestes Reh. ...die müssen hier offensichtlich nicht entsorgt werden. Ich wollte mich davon nicht abhalten lassen und krachselte den Abhang herunter,um wirklich zum Bach zu kommen und begegnete einem Rehskellett. Guten Appetit! Als Thomas dann nochmal rief: "Hier liegen noch zwei Beine!" beschlossen wir relativ schnell fix weiter zu fahren.
Erlebnis 2 war auf jeden Fall der Bauer, der gerade dabei war Maple Sirup herzustellen. Wusstet ihr, dass schon die Indianer den herstellten? Wir haben den eigentlich mehr durch Zufall gefunden und seine Hütte war mitten in einem Wald zu dem nur ein völlig vermatschter Weg hinführte. Nach super Sonderführung haben wir alle fleissig selbstgemachten Sirup eingekauft und sind mit einem matschfarbenem Auto weiter.
Als nächstes wollte ich Rast in einem State Park machen (Die sind zwar nicht mit Nationalparks vergleichbar, aber sind meist wunderschöne Ecken). Dem ganzen war zwar auch so, aber wir stellten bei qualmender Motorhaube relativ schnell fest, dass wir ziemlich stark Kühlflüssigkeit verloren. Planänderung. Wir haben Wasser aus dem See nachgefüllt und sind zur nächsten Werkstatt getuckert, Gott sei Dank dort heile angekommen und dann für 20$ nen Citycruiser als Mietwagen bekommen. Glücklicherweise konnte der Wagen vor Ort repariert werden und wir sind nach drei Stunden weiter gefahren.
Mit Verspätung standen dann noch die Entdeckung von vier Covered Bridges an, die alle irgendwie unterschiedlich seinen Reiz hatten. Da ist Daniels Kamera nochmal richtig zum Einsatz gekommen, weil die gute Nachtaufnahmen macht.
Back in Hartford haben wir noch gemütlich bei zwei Bierchen den Tag ausklingen lassen.
Hat super Spaß gemacht. Das im Indian Summer muss einfach atemberaubend sein.

Gut gelaunt

wenn Bäume anfangen zu knospen...
wenn die ersten Krokusse blühen...
wenn die Forsythien anfangen zu blühen...
wenn die ersten Fenster in den Häusern aufstehen...
wenn Fahrradfahrer einen mit breitem Grinsen anschauen...
wenn ein Vater mit seinen Kindern Straßenbasketball spielt...
wenn nur zwei Flugzeugkondensstreifen an einem ansonsten knallblauen Himmel zu sehen sind...
wenn man das erste Mal mit kurzen Hosen joggen geht...
wenn kanadische Zuggänse im Teich schwimmen, weil das Wetter zum rasten einläd...
wenn der Spielplatz überfüllt ist...
wenn Hunde am Grundstücksrand stehen und jeden Passanten begrüßen...
wenn die letzten Weihnachtslichter eingepackt werden...
wenn Autos geputzt werden...
wenn einfach alles irgendwie kontrastreicher ist...

...dann hat mit aller MACHT der Frühling begonnen :)

Der Frühling hat begonnen...

Auch wenn man noch keine Blätter finden kann, so sind diese Tulpen bei John im Garten doch ein guter Beweis, dass der Frühling mit aller Macht kommt. Letzte Woche hat unsere Sekretärin Osterglocken fürs Büro bekommen. Und die sind doch tatsächlich aus Großbriannien importiert worden. So 'blöde' Osterglocken- importieren. Schon krass, oder?
Naja, ich geniesse jetzt jeden Strahlen hier. Too bad, ich würde gerne mehr Leben gedeihen sehen, bevor es wieder nach Hause geht. Noch sind 7 Arbeitstage zu schaffen!