Erlebnis Schiessen
Wikipedia definiert Erlebnis als "ein Ereignis im individuellen Leben eines Menschen, das sich vom Alltag des Erlebenden so sehr unterscheidet, dass es ihm lange im Gedächtnis bleibt." Insofern bleiben auch nach längerem Grübeln meine Schiessversuche ein Erlebnis. Wie im Übrigen hier viele Situationen für mich Erlebnisse darstellen. Es muss nicht immer positiv und es muss nicht immer schillernd oder schrill sein, um erlebnisreife zu erlangen.
Als ich nach Silles ersten Beitrag meine eigenen Worte gelesen habe, hab ich mich geschämt und bin Laufen gegangen. Aufgrund eben dieser Worte habe ich jetzt den letzten Post geändert. Wenn sich meine Worte gegen eine Person gerichtet hätten, würde ich mich jetzt entschuldigen wollen. So bleibt mir aber nur übrig Stellung zu beziehen und meine Unangemessenheit zu bestätigen. Letzten Endes hat die Sache aber auch ein Gutes, nämlich eine kritische Diskussion, zu der ich auch aus meiner Perspektive beitragen möchte:
Und zwar mit meinen Eindrücken und Erfahrungen, die ich dabei unumgänglich selbst gesammelt habe. Hauptsächlich bezieht sich meine Erfahrung auf die Handhabung der Waffe. Als ich die erste geladene Pistole in die Hand genommen habe, bin ich sehr sehr nervös geworden. Ich war so aufgeregt und besorgt, als ob die Munition jeden Moment hinten aus dem Lauf rauskommen könnte. Und genau um diese Aufregung und unbegründete Angst abzulegen - dazu konnte dieser Abend im Kern beitragen. Klar war es sehr lehrreich auch mal die Kraft eines Schusses im Rückschlag zu erleben und von dieser auf die Kraft der Kugel zu schliessen. Klar war es auch beeindruckend, die Größe der Löcher auf den Zielscheiben sich anzuschauen. Tatsächlich richtig Spaß an der Sache hat mir das Zielen gemacht, wobei man da gerne drüber streiten kann, ob dafür der Besuch in einem Shooting Center notwendig ist, oder ob es da nicht auch andere Gerätschaften für gibt.
Hauptsächlich aber bin ich mit dem Gefühl anschliessend wieder raus gegangen, dass ich keine Berührungsangst mit einer Waffe haben brauche. Nun lässt sich nach dem Zweck dieser Erfahrung fragen. Das weiss ich nicht. Klingt es zu hypothetisch zu sagen, dass man eben diese Nervosität nicht haben braucht, wenn man mal eine Waffe wirklich handhaben oder benutzen muss? Dass es sich um eine Erfahrung handelt, die lebensrettende Sekunden bedeuten könnten? - Da wird man wohl geteilter Meinung sein.
Weiterer Punkt, der ein bisschen anklang in der Diskussion, betrifft die Frage, ob der Gebrauch einer Pistole oder eines Revolvers immer berechtigterweise mit Angriff und Schreckenanrichten in Verbindung gesetzt wird. Schliesslich gibt es auch den Schiesssport und die zur Zeit so beliebte Sportart Biathlon. Oder auch nur Tontaubenschiessen und die ganz "normale" Jagd. Diese Verwendungszwecke sagen mir eigentlich, dass es auch einen gewissenhaften Umgang mit Gewehren, Pistolen und Revolvern geben kann. Allerdings gebe ich zu, selbst ins Zweifeln zu geraten, wenn ich mir im Nachhinein anschaue, zu welchen Worten ich selbst gegriffen habe.
Eines kann ich sicher sagen, ich bin weit davon entfernt, Gewehre, Pistolen und Revolver für den gesamten allgemeinen Privatgebrauch zu legitimieren und Waffen für den Selbstverteidigungszweck in der heutigen Gesellschaft für gut zu heissen.
So möchte ich zum Schluss Sille danken, dass sie diese Diskussion begonnen hat, um ein so oder so wirklich notwendiges Bewusstsein für den Umgang mit Waffen zu schärfen.

1 Comments:
Nett, aber ich hätte den letzten Post nicht geändert. Wieso auch? Selbst wenn du dich dafür schämst (was ich im übrigen ein klein wenig übertrieben finde) ist das für mich noch kein Grund. Tagebucheinträge radierst du ja auch nicht raus, nur weil du dich mal im Wortlaut vertan hast.
Mit gefällt dein jetztiger Eintrag und er trifft sich so ziemlich mit dem, was ich über die ganze Sache denke.
BTW hab ich da grad das mit Dick Cheney im Kopf. Da hat es so ziemlich jeder mit Humor genommen, was eigentlich doch eine gefährliche Sache war.
Na ich glaub für mich ist das Thema nun gegessen... ein klein wenig zu viel Luft. Wie sagte Marc so schön: Tzz Tzz ;).
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